Kapitel 01: Der Löwe in der Schlangenhaut

Unsicher fühlte ich nach, ob die Phiole noch in meiner Hosentasche war. Snape hatte Zabini und mir ein Fläschchen mit Gegenmittel gegeben, falls wir während des Wochenendes in eine Situation gelangen sollten, die dies erforderte. Ich hatte jetzt schon den Drang, zu Ron und Hermione zu laufen und es ihnen einzuflössen.
Doch anstatt meinem Instinkt zu folgen, saß ich auf meinem – nein, auf Zabinis – Platz am Slytherin-Tisch in der großen Halle und stocherte lustlos in meinem Essen herum, während Pansy Parkinson mich zulaberte, wie furchtbar doch Hermione’s Frisur sei.
„Also ich finde, sie könnte ja ruhig mal mehr aus sich machen.“, sagte sie gerade. „Obwohl… ob das was bringt!?“
Unwillkürlich krallten sich meine Finger mehr um das Besteck und die Knöchel traten weiß hervor. Parkinson kicherte vor sich hin und führte dann ihren Monolog fort. „Ich warte ja immer noch darauf, dass sie was mit dem Narbenjungen anfängt. Als ob sie jemand um den beneiden würde. Okay, er ist berühmt und so, aber ansonsten…“
Sie wollte gerade ihren Sermon erweitern, als sie unterbrochen wurde: „Kannst Du nicht mal beim Essen die Klappe halten, Parks?“, zischte Draco.
Verwundert sah ich zu ihm rüber. Er zuckte nur mit den Schultern: „Die Alte nervt.“
Dann aß er seelenruhig weiter. Pansy warf einen beleidigten Blick in Richtung Draco, schwieg aber.
Langsam entspannte ich mich wieder, der Appetit war mir dennoch endgültig vergangen. Das lag zum einen an Pansys Geläster, zum anderen aber auch daran, das Crabbe und Goyle mir gegenüber das Essen wie die Schweine in sich hineinschlangen. Dagegen hatte Ron die hervorragendsten Tischmanieren, die man sich vorstellen konnte.
Das konnte ja lustig werden, noch 60 Stunden mit den Slytherins.

~

Nach dem Essen nahm ich meine Sporttasche, in der sich all meine Habseligkeiten befanden und folgt Draco, seinen zwei Bodyguards und der Nervensäge Parks in Richtung des Slytherin-Gemeinschaftsraums.
Letztere hatte schon wieder angefangen zu Reden, diesmal jedoch zum Glück über den voran gegangenen Unterricht, was es mir ermöglichte, ein normales Gespräch mit ihr zu führen. Schließlich waren wir im Gemeinschaftsraum angekommen.
Die mir schon bekannten fahlgrünen Kugellampen strahlten ihr bedrohliches Licht aus und die Sessel und Sofas sahen immer noch eher edel als bequem aus. Ich sehnte mich jetzt schon nach dem warmen rot von Gryffindor.
Ich folgte Draco in Richtung der Schlafsääle mit der Ausrede, wir wollen uns ein wenig hinlegen. Crabbe, Goyle und Pansy blieben im Gemeinschaftsraum. Wie gingen einen Gang entlang, der mit Marmorplatten gefliest war und von dem mehrere Türen abzweigten. Schließlich blieb er an einer Tür stehen. Staunend las ich das Türschild: Malfoy & Zabini.
„Ihr habt Zweierzimmer?“, fragte ich fassungslos.
„Ihr etwa nicht? Wie viele schlafen denn bei Euch in einem Zimmer!?“, erwiderte Malfoy höhnisch.
„Der ganze Jahrgang, Neville, Dean, Seamus, Ron und ich.“, antwortete ich leise.
Draco lachte. „Das ist mal wieder typisch Gryffindor, dieser Zusammenhalt. Dann habt ihr bestimmt auch Gruppenduschen oder so was stimmts?“
Er drehte mich zu mir um und fixierte mich.
„Ja klar, na und?“, erwiderte ich verstimmt. „Ist doch beim Quidditch nicht anders.“
Seine grauen Augen schienen mich festnageln zu wollen. Er leckte sich über die Lippen – und grinste. Dann ließ mein Blick mich los. Er öffnete die Tür.
„Na dann, Potter, erlebe den Luxus eines Slytherin-Daseins.“, sagte er und betrat seinen Schlafraum.
Mit der festen Überzeugung, ich würde mir nichts anmerken lassen, trat ich ein. Doch trotz aller Selbstbeherrschung blieb mir der Mund offen stehen. Das Zimmer hatte hohe Fenster, die Licht herein ließen (zweifellos Magie, schließlich waren wir im Kerker), die von smaragdgrünen Schals gesäumt waren. Der Boden bestand aus hellbraunen Diehlen. Die zwei Himmelbetten standen jeweils an der nördlichen und südlichen Wand, jeweils benachbart von einem Kleider- und einem Nachtschrank. Eine Tür rechts von mir ging vermutlich ins Bad. Die Betten waren mit silbriger Satinbettwäsche bezogen, die Vorhänge hatten wiederkehrend das warme smaragdgrün.
Ich trat einen Schritt in den Raum und die Tür schlug sacht hinter mir ins Schloss. Draco hatte sich derweil auf sein Bett fallen lassen. Also ging ich auf das andere Bett zu und fand Schrank und Nachttisch (wie erwartet) leer vor. Schweigend fing ich an, meine Habseligkeiten zu verstauen. Die Karte des Rumtreibers und den Tarnumhang ließ ich in der Tasche und schob sie in das unterste Fach des Schrankes. Das Fotoalbum meiner Eltern lehnte ich gegen die Nachttischlampe, sodass das Deckblatt wie ein Foto aufrecht stand.
Dann holte ich das Buch Fliegen mit den Cannons, ein ehemaliges Weihnachtsgeschenk von Ron hervor, legte mich bäuchlings aufs Bett und begann, zu lesen.
Ein Knarren ließ mich aufhorchen und ich sah erstmals von meinem Buch auf, welches ich auch prompt aus der Hand fallen ließ, als ich den Ursprung des Geräusches entdeckte.
Draco hatte die Tür seines Kleiderschrankes geöffnet und stand nun überlegend davor – in Boxershorts (die Farbe? Grün natürlich ).
Unwillkürlich starrte ich auf seinen Hintern und seinen Rücken, während er die Fächer nach etwas absuchte. Er stellte sich auf die Zehenspitzen, wodurch sich seine Beine anspannten. Fasziniert beobachtete ich die Muskeln unter der blassen Haut. Leider schien er in dem Moment gefunden haben, was er gesucht hatte. Er zog eine zerschlissene Jeans und einen Wollpulli aus dem Schrank und schloss ihn. Schnell hob ich das Buch vor meine Augen und tat so, als würde ich immer noch angestrengt lesen. Ich hörte, wie seine nackten Füße in meine Richtung kamen und spürte, wie er sich über meine Schulter beugte und mitlas.
„Aha, die Cannons… bist du wirklich ein Fan von dieser Gurkentruppe, Potter?“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, eigentlich für die PoP.“, nuschelte ich.
„Pride of Portree? Interessant… die mag ich auch. Hast Du von dem letzten Wahnsinnshalt von Meaghan gehört? Sie hat den Quaffel mit den Füßen gehalten, während sie mit nur noch einer Hand am Besen hing! Dadurch sind sie Tabellen-Erster geworden. Das war der Wahnsinn! Sie hat…“
Fasziniert drehte ich den Kopf zu Malfoy. Seine Augen glühten richtig, als er von dieser Glanzparade erzählte. Scheinbar war ihm das auch aufgefallen. Er stockte mitten im Satz und starrte mich an. Eine Strähne löste sich aus seiner Frisur und fiel mir entgegen, kitzelte meine Wange. Ich zuckte zurück, ebenso wie er.
Der Eisprinz sah mich an, abschätzend, musternd. Schließlich seufzte er leise und erhob sich. Der Zauber des Augenblicks war gebrochen. Augenblicklich kehrte die Maske seines abschätzigen Grinsens auf sein Gesicht zurück. Er fixierte mich und sagte: „Naja, aber das weißt Du ja wohl schon selber.“
Ich schluckte aufgrund dieser kalten Worte und nickte kurz.
Er zog sich seinen Pullover über den Kopf und stieg in die Jeans, die an den Knien aufgerissen war. Irgendwie machte ihn dieses Outfit… ja… menschlicher? Wäre da nicht der Gesichtsausdruck gewesen.
Er ging leichtfüßig in Richtung des Tisches, der in der Mitte des Raumes stand. „Los Potter“, sagte er. „Komm her.“
„Warum?“, fragte ich irritiert.
„Weil ich dir jetzt einen kurzen Überblick über den Slytherin-Kerker und über die Beziehungen hier geben werde. Oder glaubst Du, ich habe Lust, dass Du Dich verrätst und ganz Slytherin heraus bekommt, dass ich mit Dir ein Zimmer geteilt hab!?“
„Natürlich nicht.“, seufzte ich ergeben.

~

„So, jetzt bin ich ein sprichwörtlicher Löwe in der Schlangenhaut.“, grinste ich.
„Du meinst wohl ‚Wolf im Schafspelz’ oder?“, erwiderte Draco.
Ich verdrehte die Augen. „Du weißt doch was ich meine, Malfoy.“
Malfoy hatte mir nun fast eineinhalb Stunden Nachhilfe-Unterricht im slytherinschen und zabiniischen Benehmen gegeben. Dabei war er wider erwartend etwas aufgetaut. Wenn seine bissigen und eingebildeten Kommentare nicht gewesen wären, hätte er fast freundlich sein können.
Ich aber wusste nun immerhin, wo welche Zimmer lagen, wer etwas mit wem hatte und wer wen nicht leiden konnte. Ich kannte die gängigen Spitznamen der Bekannten von Zabini und seine Eigenschaften (von Arroganz mal abgesehen, die kannte ich ja schon vorher). Ich hatte gelernt, wie er sich verhielt, was er mochte, was er verabscheute und welche Musik er hörte.
Mit etwas Glück würde ich die zwei Tage als Zabini durchgehen.
„Ach und eins habe ich noch vergessen. Denk ja nicht daran, hier jemanden von den Mädels anzubaggern.“
„Warum das denn?“, fragte ich. „Hat Zabini eine Freundin...? Oh nein, guck mich nicht so an. Sag jetzt nicht, ich muss mich auch noch mit einem Slytherin-Weib herum schlagen!?“
Draco schüttelte den Kopf. Ich begann gerade, mich zu entspannen, als ich sein diabolisches Lächeln bemerkte. Sein Blick nagelte mich zum dritten Mal am heutigen Tage fest.

„Nein, Zabini ist Single. Und wenn, hätte er keine Freundin, sondern einen Freund. Zabini ist nämlich schwul. Wusstest Du das nicht!?“

Er lächelte zweideutig und wartete meine Reaktion ab. In meinem Kopf arbeitete es derweil. Deshalb hatte Parks mich so zugesülzt. Deshalb hatte ich ihn noch nie in Begleitung eines einzigen Mädchens gesehen, sondern immer nur in Begleitung von Mehreren.
Der blonde Slytherin saß förmlich auf heißen Kohlen, wie ich wohl reagieren würde. Ich jedoch zuckte nur mit den Schultern: „Von mir aus. Solange ich nicht mit einem Kerl knutschen muss, kann er von mir aus auf Crabbe, Goyle oder sogar auf Dich stehen.“
Ob ich ihn wohl enttäuschte? Seine Mimik sah so aus, doch wahrscheinlich hatte ich mich getäuscht. „Nein nein…“, murmelte er. „Zabini steht eher auf…“

Doch er ließ den Satz unbeendet.
Schließlich sah er auf und sagte nur: „Dann ist ja gut, wenn Du kein Problem damit hast, so zu tun, als ob Du schwul wärst. Los jetzt, der Unterricht geht bald weiter.“


Mit diesen Worten erhob er sich und stieg aus seinen Jeans, um die Schuluniform wieder anzuziehen. Abermals starrte ich ihm hinterher.
Er hätte sich wohl kaum so unbekümmert bewegt, wenn er gewusst hätte, dass ich gar nicht so tun musste als ob…

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20.11.07 19:43, kommentieren

Prolog

Die Fic "Alles Illusion" ist in mehrere Kapitel unterteilt ^^ Die Pairings sind Harry x Draco & Ron x Zabini

 

„Was soll das heißen, ich soll von heute bis Sonntag im Slytherin-Kerker wohnen?“
Ich konnte es nicht fassen. Zur Salzsäule erstarrt saß ich auf einem Stuhl im Zimmer von Severus Snape, seines Zeichens Lehrer für Zaubertränke.
Links von mir Zabini und Neville, ebenso schockiert wie ich. Und rechts neben mir niemand geringer als er, der Eisprinz von Slytherin, Draco Lucius Malfoy.
„Tja“, erwiderte Snape und grinste genüsslich. „Da dürfen sie sich bei Mister Malfoy bedanken. Oder doch eher bei Mister Longbotton!? Da sein Trank explodiert ist, denkt jetzt der ganze Jahrgang, Sie seien Blaise Zabini. Ebenso denken alle, Blaise Zabini wäre Harry Potter.“
„Aber…“, stammelte Blaise. „Muss ich dann auch nach Gryffindor!?“
„Natürlich“, höhnte Snape. „Oder denken Sie, Sie bleiben lange am Leben, wenn Harry Potter durch den Kerker der Slytherins läuft?“
Der Slytherin vergrub sein Gesicht in den Händen, die langen Haare verdeckten es völlig.
„Sie sollten froh sein, dass sie nicht wirklich in Potters Körper stecken, Zabini.“, höhnte der Zaubertrankprofessor. „Ich habe Longbottom und Malfoy ein Gegenmittel gegeben, die zwei wissen also, wer Sie wirklich sind. Um das Ganze auf die gesamte Schule auszuweiten, trinken Sie beide den missglückten Trank noch einmal in der großen Halle, damit die ganze Schule denkt, Sie seien der jeweils andere. Nur gut, dass unser Longbottom so ein miserabler Zaubertrankbrauer ist, dadurch dürfte das Ganze in etwa 3 Tagen seine Wirkung verloren haben. Wenn sie also Montag früh aufwachen, geht jeder Schüler hier davon aus, Harry Potter ist Harry Potter und Blaise Zabini ist Blaise Zabini.
„Ahm… Professor Snape…“, setzte ich vorsichtig an. „Warum geben Sie nicht einfach allen, die in unserem Kurs waren, das Gegengift!?“
„Denken Sie vielleicht, ich habe nichts Besseres zu tun!? Los, beeilen Sie sich und schaffen sie ihre Klamotten aus ihren alten Schlafräumen, solange die Anderen noch beim Mittagessen sind. Longbottom, Malfoy, Sie beide werden auf Potter und Zabini acht geben, dass diese in den fremden Häusern keinen Unsinn machen.“
Blaise und ich nickten ergeben und standen auf. Malfoy warf noch einen genervten Blick auf Longbottom und sagte dann: „Wir treffen uns in 5 Minuten in der Eingangshalle.“

Ich nickte nur leicht und stapfte missmutig die Treppe hinauf, während Zabini und Malfoy eine andere Treppe hinab stiegen. Neville holte mich ein und setzte an: „Harry, es tut mir so Leid. Wirklich. Ich wollte das Zweihorn-Horn da noch nicht rein werfen, Malfoy hat mir seinen Ellenbogen in den Rücken gerammt und ich hab etwas davon reinfallen lassen. Ich wollte das doch gar nicht. Ich…“
Ich seufzte und unterbrach ihn.
„Ist schon okay, Neville, es sind ja nur noch zweieinhalb Tage, die werde ich schon überleben. Sieh bloß zu, dass Zabini nicht zu viel Unsinn anstellt. Und pass auf, dass Hermione und Ron ihm nicht aus Versehen etwas sagen, was er gar nicht wissen dürfte! Es wäre doch zu blöd, wenn diese Schlangen etwas von der Karte des Rumtreibers oder meinem Tarnumhang erfahren würden… Los, sieh nach, ob jemand im Gemeinschaftsraum ist.“
Gehorsam stieg Neville als Erster durch den Eingang und rief mich nur kurze Zeit später. Es waren wirklich noch alle beim Mittagessen.
Ich kletterte durch das Portraitloch und ging die Treppen in den Schlafsaal hinauf. Dort schnappte ich mir meine Sporttasche und warf alle Sachen, die ich über das Wochenende brauchen würde, hinein. dann legte ich noch die Karte des Rumtreibers, den Tarnumhang und das Fotoalbum von Hagrid oben drauf. Schließlich schloss ich sie seufzend und warf sie mir über die Schulter.
„Na dann los“, sagte ich. „Bevor unser Prinz noch warten muss.“
Abermals rief mich Neville erst, nachdem er überzeugt war, dass alle Gryffindors noch in der großen Halle waren. Als wir am Treffpunkt ankamen, warteten Malfoy und Zabini schon, ebenso wie Professor Snape.

„Nun gut“, sagte er. „Sie beide werden jetzt in die große Halle gehen und sofort den Trank nehmen. Die Schüler müssen sie nicht ansehen, es wird automatisch funktionieren. Danach drehen sie wieder um und kommen zurück.“
Er drückte uns beiden eine Phiole mit Nevilles Zaubertrank in die Hand und wir stießen die Tür zur Großen Halle auf. Kaum jemand achtete auf uns. Mit Todesverachtung kippte ich mir den Inhalt der Phiole in den Mund und schluckte, ebenso wie Zabini. Obwohl ich keine Reaktion merkte, kam kurze Zeit später der untrügliche Beweis.
Colin Creevey kam nämlich auf uns zu und sagte, wie immer „Hi Harry!“ jedoch nicht zu mir, sondern zu Zabini. Dieser lächelte dem Kleinen unsicher zu, der daraufhin fröhlich zur Tür hinausging.

20.11.07 19:42, kommentieren

One-Shot.

Die Fanfic "Love Shower" ist ein One-Shot mit dem Pairing Harry x Draco =) 

 

Es war ein anstrengendes Spiel gewesen heute. Der Regen hatte unsere Umhänge durchweicht und den Boden in einen Morast verwandelt. Es war mir schwer gefallen, nach dem Schnatz Ausschau zu halten, aber zum Schluss war Gryffindor doch wieder siegreich gewesen. Nach dem Spiel hatte ich mich noch von den anderen beglückwünschen lassen und war nun der letzte, der noch duschen musste. Eigentlich war mir das ganz recht so. Es war nicht so das ich mich wirklich für mein Aussehen schämte, aber dennoch wusste ich, das ich, nun mal leider sehr schlank, wie ich war, mit den breiten Schultern und Bauchmuskeln der anderen nicht mithalten konnte. Außerdem war mir dieses unbewusste Vergleichen immer noch unangenehm. Ich mochte es einfach nicht, wenn mir Leute in den Schritt sahen.

Seufzend entledigte ich mich meiner nassen Sachen und trat ins Bad. Die Jungendusche der Quidditchspieler war weiß-blau gekachelt, mit steinernen Abtrennungen zwischen den einzelnen Duschköpfen.
Ich entschied mich für die mittlere Dusche und drehte den Hahn auf. Das warme Wasser traf meine Schultern und ich stöhnte unwillkürlich, als es meinen Rücken hinunterlief. Ich griff nach meinem Haarshampoo um mir die Haare zu waschen, drückte etwas von dem milchigweißen Gel in die Handfläche und schäumte es auf, um es mir danach in die Haare zu schmieren.
In dem Moment wurde die Tür zum Bad geöffnet und knallte wieder zu. Erschrocken wusch ich mir schnell die Hände von dem Shampoo sauber und fragte nervös, da ich ohne Brille nichts erkennen konnte: "Wer ist da?"
Ich spürte, wie die Person mich ansah, doch sie stand zu weit von mir entfernt, als das ich sie hätte identifizieren können. Sie war ebenso nackt wie ich, vermutlich etwas größer. Und sie kam schweigend auf mich zu. Je näher der Unbekannte (was sollte schließlich ein Mädchen in den Männerduschen? ^.~) mir kam, desto mehr konnte ich erkennen. Blasse Haut, blonde halblange Haare...
"Draco...!", entfuhr es mir mit rauer Stimme, als ich in die grünen Augen blickte und das anzügliche Grinsen bemerkte.

"Oh... hallo Harry.", erwiderte er grinsend und ließ seinen Blick ohne Scham auf meinem Unterleib ruhen, was mir, ohne das ich es wollte, einen Schauer über den Rücken jagte.
"Was machst du hier?", fragte ich nervös.
Draco kicherte und antwortete: "Was soll ich hier wohl machen? Ich bin dreckig, mir ist kalt, ich habe eben Quidditch gespielt... ich bin natürlich hier, um dich nackt zu sehen und anschließend zu vergewaltigen...!"

Obwohl ich wusste, das er es nicht ernst meinte, wich ich vor ihm zurück.

"Mein Gott, ich will duschen!", setzte Draco nach, als er meine Angst bemerkte. "Stell dich mal nicht so an okay?"

Ich nickte und wandte mich demonstrativ von ihm ab, drehte den Wasserhahn wieder auf und begann damit, mir das Shampoo aus den Haaren zu waschen. Damit mir der Schaum nicht in die Augen lief, schloss ich sie. Dennoch lief mir etwas von dem Zeug in die Augen, was natürlich fürchterlich brannte. Ich wandte das Gesicht nach oben, um mir die Augen auszuwaschen, als ich plötzlich seine Stimme in meinem Ohr hörte, leise und heiß: "Hier, nimm mein Handtuch."

Obwohl es nicht mehr als eine nette Geste gewesen war, zuckte ich zusammen. Wenn er so etwas noch einmal tun würde, würde ich mich nicht mehr beherrschen können. Dann würde er merken, das ich mehr von ihm wollte, als nur ein Handtuch... und das schon so lange.

Da ich mir nicht sicher war, wie weit mir meine Stimme gehorchen würde, nickte ich, lächelte dankbar, trat einen Schritt von dem Wasserhahn weg und ließ mir das Handtuch in die Hand drücken. Ich trocknete mir das Gesicht ab und rieb noch einmal über die Augen, dann konnte ich endlich wieder klar sehen.

Als ich jedoch die Augen öffnete, konnte ich Draco nirgends entdecken.

"Dra...", wollte ich eigentlich sagen, doch ich wurde unterbrochen.

"Du hast noch Schaum in den Haaren... hier, an den Schläfen.", flüsterte er, wieder direkt hinter mir. Ich spürte, wie seine Stimme einen Hormonschuss durch meinen Körper jagte, sodass ich mit aller Kraft ein Stöhnen unterdrücken musste.

Verdammt!

"Danke...", murmelte ich, dann versagte mir die Stimme. Seine nackte Brust berührte meine Schulter, eine Berührung, die dem Hormonschuss einen Blitzstrahl folgen ließ. Diesmal zuckte ich nun doch und schnappte nach Luft, als seine Finger an meinen Schläfen entlang strichen und den Schaum aus den Haaren wischten.

"Du bist so verkrampft... Angst?", witzelte Draco leise.

Ich antwortete nicht, sondern wollte versuchen, zu retten was zu retten war, und mich von ihm losmachen. Die Dusche verlassen, damit er nicht sah, wie sehr er mich erregte.

Dazu war es allerdings schon zu spät. Draco ließ von mir ab, ging zur Tür, drehte den Schlüssel herum und kam wieder. Ich verstand zu dem Zeitpunkt noch nicht, warum er das tat, aber das war egal. Um meinen harten Unterleib zu verbergen, drehte ich mich zur Wand und hoffte, er würde nun auch endlich duschen, sodass wenigstens eine oder zwei Steinmauern mich vor seinen Blicken schützten.

Meine Hoffnungen wurden allerdings nicht erfüllt. Draco kam wieder auf mich zu, sah über meine Schulter, grinste anzüglich und meinte leise: "Na, wen haben wir denn da? Ist da etwa einer spitz?"

Ich versuchte, es runter zu spielen und meinte grimmig: "Ja und? Hier kann man ja auch nicht einfach so... du weißt schon. Überall Lehrer und der ganze Kram..."

Er lachte leise, stöhnte dann und meinte: "Schon klar, ich versteh, was du meinst... ist schon schwierig, das Ganze."

Er schwieg und ich dachte er würde endlich Ruhe geben, doch ich hatte mich geirrt. Er drückte mich urplötzlich gegen die Wand, hielt meine Handgelenke fest und flüsterte mir ins Ohr: "Was, wenn ich vorhin nicht gelogen hätte? Was, wenn ich dich wirklich nackt sehen wollte... allein? Keiner kommt hier rein, ich habe abgeschlossen... Was hältst du davon, wenn ich dir helfen würde, diesen elendigen Druck loszuwerden?!"

Unsicher sah ich ihn an. Es kam mir vor, als hätte man mir eben den seligsten Wunsch meines Herzens (oder besser meines Unterleibes?) erfüllt. Nur das es sich jetzt nicht mehr um ein Fahrrad oder Ähnliches handelte, sondern um ihn. Um ihn, nackt und ebenso scharf wie ich. Durfte das wahr sein? Er drückte seinen Unterleib gegen meinen und ich spürte definitiv: Ja, es durfte wahr sein.

Selbst wenn er das hier überall rum erzählte und alle von meinen perversen Fantasien erfuhren. Das wär's mir wert.

Draco sah mich unsicher an, als würde er sich fragen, ob er nun doch zu weit gegangen war. Ich griff nach unten und strich über seine Schenkel. Dann griff ich hoch, lächelte und berührte seine Wange. Er grinste, zwar immer noch unsicher, aber nun eindeutig zu allem bereit. Und was dieses ,Alles' war, sollte ich gleich erfahren...

Er drückte mich wieder gegen die Wand, drückte seinen Körper gegen den Meinen. Die Berührung ließ uns zeitgleich zusammen zucken. Verlegen lächelnd sah er mich an, schloss dann die Augen und legte seine Lippen auf meinen in freudiger Erwartung geöffneten Mund. Er keuchte, drang in meine Mundhöhle ein, verweilte dort, schnellte wieder heraus und kam wieder. Es war ein unglaubliches Gefühl. Langsam bekam ich mehr Mut, spielte mit seiner Zunge, lockte sie, stieß sie zurück, folgte ihr. Er umfasste mit Daumen und Zeigefinger eine meiner Brustwarzen, rieb sie dazwischen und ließ mich aufstöhnen. Laut. Ehrlich. Vor Erregung zitternd.

Erschrocken schlug ich die Hände vor den Mund.

Draco nahm sie sanft weg, flüsterte "Wir sind die Letzten hier, uns wird keiner hören." Und fuhr fort, mich zu küssen, langsam tiefer gehend. Meine Männlichkeit stand, als er sie umschloss, als er daran leckte, sie küsste, mit den Fingern daran entlang fuhr.

Mein Blick verschwamm vor Erregung, ich stöhnte laut, als er sich meinen Wünschen anpasste, als er schneller wurde, fester.

"Halt...", stöhnte ich. "Hör... auf... bitte, sonst..."

"Ja? Was sonst?", fragte er erstaunt und stand auf.

"Sonst kann ich mich nicht mehr beherrschen, so kurz davor..."

"He Kleiner...", beruhigte mich Draco leise. "Mach dir mal keinen Kopf. Hier geht es nicht um Beherrschung, hier geht es um ganz was anderes..."

Um seine Worte zu untermalen drückte er seinen Körper gegen meinen, so fest, das ich glaubte zu explodieren. Mein Unterleib rieb sich an dem Seinen. Die Schauer liefen mir den Rücken hinunter, als er ihn wieder in den Mund nahm, wieder daran saugte.

Schließlich kam ich, so sehr, das ich glaubte, in Ohnmacht zu fallen. Kraftlos sank ich zu Boden, genau auf Augenhöhe mit der Person, die mir diese Gefühle verschafft hatte.

Obwohl ich gekommen war, war ich immer noch erregt. So sehr, das es fast wehtat.

Ich zog ihn zu mir, ließ mich küssen, ließ mich überall berühren, berührte ihn, küsste ihn und glaubte, vor Erregung zu schmelzen. Doch ich tat es nicht.

Unsicher küsste ich seinen Bauch, wanderte tiefer, ließ mich von seinem Stöhnen leiten. Auch er war hart, ebenso wie ich. Er keuchte, als ich ihn dort küsste, mit den Fingern daran entlang strich, ihn in die Hand nahm, sanft daran zog. Schließlich kam auch er.

Wir waren vollkommen nass, doch ich war mir nicht sicher, ob das an der Dusche lag oder an der Hitze, die uns umgab.

Draco stand nun hinter mir, umschlang mich von hinten, berührte mich überall. Sein harter Unterleib drückte gegen mich und in dem Moment wünschte ich mir nichts mehr, als das ich ihn spüren könnte.

Und da hörte ich ihn stöhnen und mit heiserer Stimme flüstern: "Gott, ich will dich! Jetzt und hier!"

Er küsste meinen Nacken und ich zog seine Hand zu mir nach vorne, nahm zwei seiner Finger in den Mund, saugte daran, bis er sich fast nicht mehr halten konnte.

Dann drehte ich mich um, lächelte und gestand es ihm endlich. Das ich ihn auch wollte. Jetzt. Hier. Genau so nackt und geil wie wir waren.

Und er tat mir den Gefallen. Drang in mich ein, so gefühlvoll, das ich keine Schmerzen hatte. Dafür aber ein Gefühl von Lust, das alles übertraf, was ich mir vorher hätte vorstellen können.

Das ist jetzt eine Woche her. Ich denke jede Minute an ihn, kann kaum den Blick von ihm wenden, wenn ich ihn sehe. Ihm geht es genauso. Morgen treffen wir uns endlich. Morgen ist Besuch in Hogsmeade. Wir werden sagen, es ginge uns nicht gut. Und uns heimlich treffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir auffliegen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alles ans licht kommt. Doch das ist es mir wert. Jede einzige Sekunde mit ihm ist mir das wert.

Owari (!?)

20.11.07 19:41, kommentieren